Nach dem ersten Besuch beim Züchter bis zur Ankunft des Welpen vergehen einige Wochen. Um Ihrem Welpen die Eingewöhnungszeit so angenehm wie möglich zu gestalten sollten Sie diese Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Viele Vorbereitungen und Überlegungen können und müssen bereits in dieser Zeit erfolgen - Vorbereitungszeit ist eine wichtige und schöne Zeit.

Was braucht Ihr Welpe für einen guten Start im neuen Zuhause?

Zeit
Planen Sie mindestens 3-4 Wochen Urlaub ein für die Zeit in der Ihr Welpe bei Ihnen einzieht, falls nicht sowieso immer jemand zu Hause beim Welpen sein kann. Dieser Urlaub findet daheim statt - ein Urlaub für den Welpen, bei dem der Kleine und sein Rhythmus den Tagesablauf bestimmen. Welpen schlafen viel, die Aktivphasen sind anfangs nur kurz. Nutzen Sie diese Aktivphasen für kurze Spaziergänge, bei denen der Welpe das Tempo bestimmt. Die Dauer des Spaziergangs kann nach einer Faustregel berechnet werden: Pro Lebensmonat 5 Minuten, z.B. 3 Monate x 5 Minuten = 15 Minuten pro Spaziergang. Für den Fall dass Sie etwas länger unterwegs sein wollen gibt es praktische Tragerucksäcke oder Welpenbuggys in denen der Welpe den Rest des Weges gut aufgehoben ist - seine Gelenke werden auf diese Weise nicht überbelastet                                                                                                                                                         .

Gut informierte Menschen

Informieren Sie sich bei Ihrer zuständigen Gemeinde über die Höhe und die Fälligkeit der Hundesteuer. Achten Sie bei Ihren Spaziergängen bereits darauf, wo Sie in Zukunft die Hinterlassenschaften Ihres Welpen entsorgen können - Ihre Mitmenschen werden es Ihnen danken. Machen Sie sich Gedanken über eine Hundehaftpflicht - schnell ist ein Schaden entstanden, der enorme Summen verschlingen kann - im Internet gibt es Vergleichsrechner. Auch über eine geeignete Welpen/Hundeschule in Ihrer Nähe sollten Sie sich informieren. Gehen Sie ruhig bereits im Vorfeld hin und schauen sich den Ablauf in aller Ruhe an, fragen Sie die Trainer alles was Ihnen wichtig erscheint. So haben Sie später, wenn Ihr Welpe mit Ihnen zur ersten Stunde geht, mehr Ruhe und das Lernen wird entspannter ablaufen. Suchen Sie sich in aller Ruhe einen geeigneten Tierarzt, so wissen Sie später, wohin im Notfall (der hoffentlich nicht eintritt) und schon bald steht der Termin zur Nachimpfung an.
Besorgen Sie sich Literatur über Hundeerziehung, Ausbildung und Beschäftigung Ihres Welpen - jetzt haben Sie noch ausführlich Zeit zu lesen, wenn Ihr Welpe erst einmal da ist werden Sie dafür wenig Zeit finden.

Einen Platz zum Schlafen und Ausruhen
Überlegen Sie, wo Ihr Welpe tagsüber und auch nachts seinen Platz zum Schlafen und Ausruhen haben wird. Sicher erhalten Sie von Ihrem Züchter eine Decke, die den vertrauten Duft nach Heimat verströmt, die Ihrem Welpen die Trennung von Mutter und Geschwistern etwas einfacher machen wird. Legen Sie diese in das "Bett" Ihres Welpen (Tierfachgeschäfte führen verschiedene Modelle, je nach individuellem Geschmack) das tagsüber als Ruheplatz für den Kleinen dient.
Nachts kann Ihnen ein "Zimmerkennel" (eine Box oder Käfig) gute Dienste erweisen, um den Aktionsradius des Welpen zu begrenzen. Ihr Welpe lernt dabei auch, dass er sich melden muss, wenn er sich lösen muss. Am Tag kann der Welpe immer wieder für einige Zeit in den Zimmerkennel, sei es, um ihn nach einem Spiel wieder zur Ruhe kommen zu lassen oder damit sie beruhigt das Zimmer für ein paar Minuten verlassen können ohne dass Sie bei Ihrer Rückkehr ein Chaos vorfinden.

      

Welpenfutter, Wasser und Futternapf
Für die erste Zeit erhalten Sie vom Züchter das gewohnte Welpenfutter. Halten Sie sich an die Fütterungsempfehlung des Züchters und stellen Sie in der ersten Zeit das Futter nicht um. Es gibt verschiedene Modelle an Futter- und Wassernäpfen. Wir empfehlen einen Napf mit Ständer, da der Welpe hierbei am besten fressen oder trinken kann.

                                                                                                               
Leine,  Brustgeschirr und Halsband
Kaufen Sie ein weiches Halsband und ein Brustgeschirr mit Steckverschluss. Bewährt haben sich  zwei Leinen mit leichtem Karabinerhaken - eine kurze mit Schlaufe für kurze Übungseinheiten am Halsband und eine ca. 5-6 Meter lange für einen größeren Schnüffel- und Aktionsradius am Brustgeschirr.        
                                                     

 

Bürste und Kamm

Für die Fellpflegebesorgen Sie sich eine weiche Bürste und einen Kamm. 
 

Spielzeug
Hier ist weniger mehr. Ein Spiel soll immer von Ihnen begonnen und beendet werden, nie anders herum. Ein weiches Kuscheltier kann dem Welpen über den Verlust von Mutter und Geschwistern hinweghelfen.
Wollen Sie das Allein-sein üben können Sie Ihrem Welpen eine Stoffwindel, in die Sie vorher locker Leckerlies geknotet haben anbieten. Auf diese Weise ist er für eine Weile beschäftigt.

                         

      


Handtücher und Co
Bei Ihren Exkursionen in die weite Welt wird nicht immer gutes Wetter herrschen - für die Tage, an denen Ihr Welpe nass und schmutzig ist leisten alte Handtücher und spezielle Saugtücher, die Sie in der Drogerie bekommen sehr gute Dienste.

Dummy
Wer seinen Hund gerne in der Dummyarbeit ausbilden will, sollte seinem Welpen schon früh zeigen, wie toll diese "Leinensäckchen" sind. Dummys gibt es in verschiedenen Ausführungen für Welpen und für den erwachsenen Hund. Zu Beginn verwendet man die kleineren Welpendummys eventuell in Verbindung mit Futterdummys (das sind Stofftaschen mit Reißverschluss, die mit Leckerlies befüllt werden. Bringt der Welpe dieses Futterdummy wird er daraus belohnt.) Später arbeitet man mit den sogenannten Standarddummys. Diese wiegen 500g und sind entsprechend größer. Bedenken Sie aber stets: Ein Dummy ist KEIN Spielzeug, der Welpe darf keinesfalls nach Belieben damit herumspielen - nach der "Trainingseinheit" wird das Dummy von Ihnen weggeräumt.                                                

Was sonst noch beachtet werden sollte
Gehen Sie durch Haus und Garten und machen Sie beides "welpensicher"! Räumen Sie alles Herumliegende weg - Ihr Tollerwelpe wird alles kleinkriegen, was ihm vor die Nase kommt. Achten Sie auf herunterhängende Fransen oder Tischdecken, besonderen Augenmerk sollten Sie auf Stromkabel haben - ein neugieriger Welpe wird alles finden. Informieren Sie sich ob Pflanzen in Haus und Garten evtl. giftig sind und beseitigen Sie diese oder machen Sie sie unzugänglich für den Welpen. Wertvolle Teppiche sollten wenn möglich weggeräumt werden, bis Ihr Welpe stubenrein ist. Sind alle Geländer eng genug, dass ein Welpe nicht hindurchfallen kann? Prüfen Sie auch die Umzäunung Ihres Gartens - Tollerwelpen finden jede Lücke!

Wenn Sie interessiert sind, werden Sie Mitglied im DRC e.V. (Deutscher Retrieverclub e.V.), dann bekommen Sie regelmäßig die Clubzeitung mit vielen Informationen über Retrieverarbeit, Seminare, Ausstellungen und Ausbildung. Als Mitglied können Sie das Angebot des Vereins nutzen. Nutzen Sie die Gelegenheit, einen Workingtest oder eine Ausstellung zu besuchen - es wird sich lohnen.

Machen Sie sich bereits jetzt Gedanken darüber, wie Sie sich Ihren Hund später wünschen. Soll er ein angenehmer Begleiter für alle Lebenslagen sein, der gehorsam und ruhig ist, dann müssen Sie im Welpenalter die Grundlage dafür legen. Eine konsequente aber liebevolle Erziehung sind dafür eine wichtige Voraussetzung. Dinge, die beim süßen Welpen noch lustig sind werden später oft zum Ärgernis - ein Hund der auf´s Sofa springen darf wird dies immer tun - auch wenn er dreckig ist. Das kleine Knäuel, das sich in Ihr Bett kuschelt wird deutlich größer werden. Ein Hund, der es gewöhnt ist, dass es in Ordnung ist, wenn Herrchen 5 mal ruft bis er kommen muss wird später kaum beim ersten Rufen zur Stelle sein. Beim Toller gilt darüber hinaus zu beachten, dass man ihn nicht zu sehr aufdreht, etwa durch Bällchen werfen - allzuschnell kann es passieren, dass man ihn dadurch zu einem überdrehten, nervenden Hund erzieht.
Stöckchen werfen sollte ohnehin unterbleiben - wer einmal mit einem Hund, durch dessen Rachen ein Stock gebohrt war, in die Notfallaufnahme der nächsten Tierklinik gerast ist, weiß, wovon ich rede............
Sinnig ist auch, darüber nachzudenken, was einen selbst an anderen Hunden bzw. deren Haltern stört. Mögen Sie es, wenn z.B. ständig Rüden an Ihre gepflegte Hecke pinkeln und sie schon wiederholt neue Pflanzen setzen musste, weil diese beschädigt werden? Oder Hunde, die wie wild auf andere losstürmen und an allem und jedem hochspringen? Wie wirken Hundehalter auf Sie, die von Ihren Hunden an der Leine hinterhergezogen werden oder gar selbst schreiend und gestikulierend hinter Ihnen herrennen, weil diese das Komm-Komando ignorieren? Ganz zu schweigen von den "Tretminen" durch die nicht weggeräumten Hinterlassenschaften der Vierbeiner! Es liegt an Ihnen, aus Ihrem Hund einen angenehmen "Lebensgefährten" zu machen!!

Nutzen Sie die Welpenzeit, in der vieles einfacher ist als in der Erwachsenenzeit!
Ihr Welpe lernt - von Anfang an - leider auch die negativen Dinge!!

Prägen Sie Ihren Toller positiv- nur so haben Sie ein Hundeleben lang Freude miteinander!